Saturday, September 4, 2010

Archive für Oktober, 2009

Ich trage Dein Herz in meinem Herzen…

Posted by Lucy Lu On Oktober - 28 - 2009

I carry your heart with me
E. E. Cummings

Ich trage dein Herz bei mir.
Ich trage es in meinen Herzen.

Nie bin ich ohne es.
Wohin ich auch gehe,
gehst du meine Teure.
Und was auch nur von mir allein gemacht wird,
ist dein Werk, mein Schatz.

Ich fürchte kein Schicksal,
weil du mein Schicksal bist,
mein Liebling.
Ich will keine Welt,
weil du meine Schöne,
meine Welt bist,
meine Liebste.

Hier ist das tiefste Geheimnis um das Keiner weiß.
Hier ist die Wurzel der Wurzel.
Und die Knospe der Knospe.
Und der Himmel des Himmels,
eines Baumes Namens Leben.
Der höher wächst als unsere Seele hoffen,
unser Geist verstecken kann.

Das ist das Wunder,
das den Himmel zusammen hält.

Ich trage dein Herz.
Ich trage es in meinen Herzen.

Colombia is passion!

Posted by Lucy Lu On Oktober - 28 - 2009

República de Colombia

Posted by Lucy Lu On Oktober - 28 - 2009

kolumbien_xs«Wenn du weite Savannen sehen willst, gehe nach Argentinien; suchst du schöne Frauen, besuche Venezuela, möchtest du den Karneval und tolle Strände, reise nach Brasilien, bist du an den Anden interessiert, fliege nach Chile und für die Kultur der Indianer, besuche Peru. Doch Kolumbien vereint alles miteinander in einem Land.»

Das Land, das sowohl an den Pazifischen Ozean als auch an das Karibische Meer, auf dem Festland an Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador grenzt und dessen Landesname von Christoph Kolumbus abgeleitet ist, wird oft nur auf drei Beschreibungen reduziert – Kokain, Kriminalität und Medellín-Kartell. Doch Kolumbien ist weitaus mehr. William de Ballestas ist deutscher Einwanderer in Kolumbien und lebt mit seiner Frau Cindy de Ballestas in Barranquilla, dem Geburtsort Shakiras, an der Karibischen Küste. William ist Arzt sowie Reiseveranstalter und kennt Kolumbien von einer Seite, die Touristen leider oft vorenthalten bleibt.

strand1
In Lucy Lu’s Secret Garden erzählt William über sein Kolumbien. “Ich besuche Kolumbien schon seit Jahren und habe als Arzt in verschiedenen karitativen Einrichtungen gearbeitet. So konnte ich das Land und seine wunderbaren BewohnerInnen weit ab von touristischem Klischeedenken kennen lernen. Mittlerweile lebe ich ständig hier, an der Karibikküste in Barranquilla. Was mich von Beginn an fasziniert hat, war die offene, herzliche und ehrliche Freundlichkeit der Kolumbianer und Kolumbianerinnen sowie ihre Hilfsbereitschaft. Ich werde ständig angelächelt und meine Erwiderung schlägt Brücken, wo die anfänglichen Sprachprobleme versagen. Natürlich ticken die Uhren in Kolumbien – sowie in vielen anderen südlichen Ländern, anders als in Deutschland oder Europas nördlicheren Regionen. Wichtig ist es dabei, die Dinge, ob es sich um Behörden, Organisationen, die Zusammenarbeit mit KolumbianerInnen oder Freizeitabsprachen geht, nicht so eng zu sehen oder es gar als Ignoranz zu werten. Hier ist eine lockere Absprache kein Dogma und der deutsche Amtsschimmel unbekannt. Ob in Behörden oder im privaten Kreis, wird in Kolumbien miteinander kommuniziert. Witzig, nicht? Während sich in vielen europäischen Ländern die Menschen über Kommunikationsmangel beschweren und Unternehmen Schulungen in Kommunikation forcieren. Wir entscheiden hier spontan und wenn etwas den Anschein hat, kompliziert zu sein, suchen wir gemeinsam nach einer Lösung.

strand2
Diese Einstellung, die unbeschreibliche Lebensfreude und die Liebe zu Tanz und Musik, stehen in krassem Gegensatz zur dunklen Seite Kolumbiens – dem Bürgerkrieg, der Armut und dem Drogenhandel. In Kolumbien herrscht ein seit mehr als 50 Jahren andauernder bewaffneter Konflikt zwischen linksgerichteten, marxistisch – leninistischen Guerilla ( FARC und ELN ), rechtsgerichteten Paramilitärs, so genannten Todesschwadronen ( AUC ) und den ebenfalls rechten Regierungstruppen. Zusätzlich dazu tragen die Banden des organisierten Verbrechens, insbesondere des Drogenhandels, ihre Gefechte aus. Kein Wunder liess Harald Schmidt die Sätze fallen » Abbruch der WM! Kolumbianer koksten alle weißen Linien weg!«. Dieses Bild prägt leider dieses Land, ist die Rede von Kolumbien. Natürlich werde ich oft auch gefragt, ob ich keine Angst hätte und ob denn Reisen nach Kolumbien sicher seien. Hier in der Region der Karibik ist das Risiko in einen bewaffneten Konflikt zu geraden oder entführt zu werden, sehr gering, der Tourismus ist unbelastet. Ich meine, reise ich nach Miami oder New York, muss ich als Tourist auch gewisse Gegenden meiden, um nicht in eine unerwünschte oder bedrohliche Situation zu geraten.

kolumbien1
Die Guerilla haben in der Regel kein Interesse daran, Touristen und Backpacker zu entführen. Sie bevorzugen Politiker, Soldaten, Regierungsbeamte oder ausländische Geschäftsleute sowie Investoren. Es ist zwar schon vorgekommen, dass Reisende entführt wurden, doch sind sie, hier im Fall einer Deutschen, die 2003 von der FARC verschleppt wurde, schnell wieder frei gelassen und gut behandelt worden. Seitdem wurden keine deutschen Touristen mehr entführt oder verschleppt. In den Medien werden die Guerilla oft als die einzig Schuldigen dieses Konflikts dargestellt. Das stimmt so nicht ganz, denn die rechtsgerichteten Gruppen, die Armee, die Polizei, Drogenhändler, die Mafia und der kolumbianische Geheimdienst, verüben Massaker, verstossen gegen Menschenrechte, entführen und foltern. Dieser Konflikt hat sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg innerhalb der Zivilbevölkerung entfacht. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich ausgerechnet in einem solchen Land ein Tourismusgeschäft gründen konnte. Nun, Kolumbien ist ein wundervolles Land und das Risiko kalkulierbar. Speziell der Tourismus ist eine wichtige Existenzgrundlage der kolumbianischen Bevölkerung, denn organisierter, limitierter und individueller Tourismus hilft der armen Bevölkerung dieses Landes. Ein Geschäft wie dieses benötigen sie am dringendsten. Der Tourismus stellt weder ein Ziel für die bewaffneten Gruppen dar, noch ist er Ziel von Anschlägen.

kolumbien5
Natürlich sollte man sich, so wie man es im Prinzip immer machen sollte, bereist man ein fremdes Land, Informationen über das Reiseziel einholen. Denn wer sich über Kolumbien informiert und bestimmte Departamentos, insbesondere an den Grenzregionen, meidet, dem bietet sich die Möglichkeit ein lateinamerikanisches Land zu erleben, welches in seiner Ursprünglichkeit und Authentizität noch komplett erhalten ist. In Kolumbien findet sich alles – schöne Frauen, weite Savannen, gutes Essen, Karneval, weisse Traumstrände, die Anden, Kultur und Geschichten alter Indianerstämme, pulsierende Grossstädte –Kolumbien vereint das alles in einem Land. Der Pazifik und die karibische Atlantikküste, traumhafte Karibikinseln, Dünenwüsten, Geröllwüsten, Regen- und Nebelwälder, aktive Vulkane, eine sagenhafte Flora und Fauna, Urwälder, präkolumbianische Kultur, indigene Völker, die noch traditionell leben, Handarbeitskunst, Gold und Smaragde, die Kaffeezone, der Amazonas, die Anden, Gabriel Garcia Marquéz, Shakira, Juanes, historische und koloniale, völlig erhaltene Stadtteile und Bauten, den Karneval von Barranquilla, der als Weltkulturerbe den Karneval von Rio, was Fantasie und Farbenpracht betrifft, übertroffen hat, aber nicht annähernd so kommerziell ist…es gäbe noch unendlich vie über Kolumbien zu erzählen und zu entdecken.

kolumbien2
Auch Aktivisten kommen in Kolumbien voll auf ihre Kosten und erhalten viel Aussergewöhnliches geboten – Tauchen, Wracktauchen oder ein Besuch auf Pablo Escobars Hacienda , in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ein Besuch der ehemaligen Gefängnisinsel La Gorgona, dessen bekanntester Einsasse Papillon war. Henri Charrière, wie er mit richtigem Namen hiess, war ein französischer Tresorknacker, der wegen seines Schmetterling-Tattoos auf seiner Brust den Spitznamen »Papillon« trug. 1932 wurde er in Paris wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und nach Französisch Guayana verbannt, beziehungsweise verurteilt. Mehrmals versuchte er, von der Sträflingsinsel zu fliehen und erreichte 1934 sogar Kolumbien, wo er aber erneut verhaftet und an die Franzosen ausgeliefert wurde. 1986 wurde La Grogona geschlossen und es ist gruselig, im Dschungel der einsamen Insel die mittlerweile vom Urwald überwucherten Kerker zu besuchen. Auf alle Fälle kann man seine Unternehmungslust befriedigen, mit Walen schwimmen, ausgedehnte Motorradtouren unternehmen, Golf spielen, Berg steigen, beim Kitesurfing über die Wasseroberfläche sausen, River Raften oder Klettern.

kolumbien3
In Kolumbien befinden sich unzählige Nationalparks und die versunkene Stadt Ciudad Perdida, übersetzt die verlorene Stadt, die in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens liegt und neben Machu Picchu eine der grössten wiederentdeckten präkolumbianischen Städte Südamerikas ist. Die Hauptstadt Bogotà ist mit 8 Millionen Einwohnern der grösste städtische Ballungsraum Kolumbiens und ausserdem eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas. Reizvoll sind die koloniale und malerische Stadt Cartagena oder die kleinen, verwunschenen Dörfer in der Peripherie. Auf dem Land begegnet man Gauchos oder einfachen Reitern und das Transportmittel Pferd oder Maultier ist hier noch Gegenwart. Es ist diese Authentizität, die Kolumbien so speziell macht, Milch wird noch aus Kann gegossen, sagenhafter Reichtum an Früchten und Gemüse, die auch wirklich danach schmecken, fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte, man kann Kaffee selber mahlen oder direkt von der Plantage kaufen. Das ist Kolumbien.

kolumbien4
Und so wie alle Südamerikanischen Länder, ist auch Kolumbien von Musik geprägt, liegt diese in der Seele der Bevölkerung, erklingt sie an allen Ecken. Meist ist es typisch kolumbianische Musik aus Valledupar, der Vallenato. Eine Band setzt sich meist aus drei Personen zusammen mit Akkordeon, das übrigens von Deutschen hierher gebracht wurde, einem ratschenden Rhythmusinstrument und einem Sänger. In Barranquilla wurde nicht nur Shakira geboren, sondern auch die Cumbia, der berühmte Paartanz. Ursprünglich war Cumbia kein Paartanz, sondern ein Kreistanz und findet ihre Anfänge in der Kolonialzeit. Der Name stammt von Cumbé, einem berühmten afrikanischen Tanz aus der Region Batà in Guinea, und wurde von den Sklaven nach Kolumbien gebracht. Hier vermischte sich Cumbé im Laufe der Zeit mit indianischen und spanischen Elementen und wandelte sich so in Cumbia.

Das kolumbianische Essen ist reichhaltig und wird meist als warme Küche angeboten. Vor allem gibt es Speisen, die für Europäer eher ungewöhnlich, wenn nicht gerade eklig sind und sich höchsten Chinesen darüber erfreuten – Eintopf mit Hühnerköpfen und Hühnerfüssen, frittierte Ameisen, Krokodil, frittierte Tarantel, Flussdelfin, Tapir, Ameisenbär, Seekuh, Anaconda oder gegrillter Affe. Aber die Geschmäcker sind verschieden und Fakt ist, dass Kolumbien auch kulinarisch betrachtet vom bürgerliche-Küche-Bevorzuger über den Gourmet bis hin zum Freak so ziemlich alles anbietet, was durch den Gaumen rutscht.

Kolumbien ist mehr, viel mehr als Kaffee, Bürgerkrieg und Kokain. Kolumbien ist Leidenschaft und Abenteuer. Kolumbien ist ein Land für Entdecker und Individualisten. Ein gastfreundliches Land, dass jeden Menschen herzlich empfängt.

william_cindy_de_ballestasKolTours
Calle 80b # 42 a – 10
Barrio Ciudad Jardin
Barranquilla – COLOMBIA


http://koltours.com/

Authors: William de Ballestas & Lucy Lu

Die Krisengewinner

Posted by Lucy Lu On Oktober - 26 - 2009

bbb_horx_krise„Business as usual” ist der beste Weg, ein Krisenopfer zu werden.
Geht es Ihnen auch so? Ich kann es nicht mehr hören, dieses wohlfeile „Die-Krise-als-Chance” – Getue, mit dem auf jeder kleinen und großen Business-Konferenz gute Laune zum bösen Spiel verbreitet wird. Nicht dass es „im Prinzip” nicht stimmen würde. Aber all zu oft sind solche Formeln reine Stimmungsmacherei. Sie verdecken die Angst. Und den den tiefsitzenden Wunsch nach Business als usual. „Wir machen einfach mal so weiter und warten, bis sich die Lage wieder verbessert!”
Diese Haltung ist der beste Weg, ein Krisenopfer zu werden. Denn Krise heisst: Business as usual ist vorbei. Märkte und Marktbedingungen verschieben sich. Die Gesetze dieses Wandel lassen sich erkennen. Es sind im Wesentlichen drei „Formeln”, nach denen „Krisengewinn” stattfindet:

1. Marktbereinigung
Einer unserer treuesten Kunden produziert ein scheinbar nicht sehr aufregendes Produkt: Lattenroste für Betten. Anders als seine Mitbewerber hat die Firma Lattoflex jedoch eine konsistente Marke aufgebaut – eine Marke, die eine „Story” zu erzählen hat, die wirkliche Qualität liefert, sich um ihre Kunden, aber auch um ihre Händler in einer außergewöhnlichen Weise kümmert. Die Konkurrenten hingegen produzieren Lattenroste eher als „commodity”. Jetzt, in der Krise, wächst die Firma kräftig mit 15 Prozent pro Jahr. Denn die Mitbewerber verschwinden vom Markt, weil ihre Kapitalbasis gering ist, ihre Marge durch Preispolitik gering war.

In vielen Sektoren wirkt die Krise „darwinistisch” – die Stärkeren können aufatmen, weil die Schwachen vom Markt verschwinden. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten bestimmte Märkte nur besetzt, um „mitzumischen” (Im Zeitschriftensektor etwa wurden viele Blätter nur deshalb verlegt, um Anzeigensegmente zu „besetzen”). Krise heisst, dass wieder LUFT in überfüllten und strategisch verstopften Märkten entsteht. Und dass wie WIRKLICHEN Unternehmer aufatmen können.

2. Innovationsbruch
Die Autoindustrie gehört zweifelsohne zu den signifikanten Krisenopfern. Aber ist der Begriff „Opfer” eigentlich richtig? Man könnte auch sagen: Die Autoindustrie hat die Krise durch Unterlassen von radikalen Innovationen erst erzeugt. Nach allen systemischen Gesetzen war klar, dass die Evolution des „männlichen Boliden-Autos” irgendwann an eine Grenze stossen musste. Die Verknappung fossiler Energien ist seit Jahrzehnten absehbar.
Die Finanzkrise war für die Autobranche nur jener „Trigger”, der eine längst vorhandene Strukturkrise sichtbar machte. Die Mitglieder der „Finanzkaste” stellten ja auch die Kernzielgruppe für all die 300-PS-Raketen, mit denen die Branche in den letzten Jahren ihr gutes Geld verdient hatte. Das Schicksal der Autoindustrie zeigt, wie man Innovationen durch zu große „Marktkomfortabilität” verschlafen kann. Die Zeit, bis schicke Elektromobile auf den städtischen Straßen auftauchen werden, wird nun lang. In der Zwischenzeit werden manche Auto-Anbieter vom Markt verschwinden.

Dieses Gesetz der „verschlafenen Zyklen” gilt auch für andere technologische Sektorten. Immer dann, wenn große Unternehmen in rapide wachsenden Markumfeldern sich allzu sicher fühlen, wirken Krisen als Innovations-Booster. Plötzlich treten Anbieter aus ganz anderen Sektoren auf den Markt – und kippen die Platzhirsche vom Thron. Nokia hat sich viele Jahre als marktdominanter Handy-Anbieter verstanden. Aber Apple, einem Computer-Anbieter, gelang ein bahnbrechender Durchbruch in der Bedienungstechnik, und so ist Apple heute der zweitgrößte Handyanbieter der Welt. Etwas weiter gedacht könnte man sich noch die eine oder andere Wirtschaftskrise wünschen, damit ECHTE Innovationen ihre Sternstunde erleben.

3. Die Neue Mitte
Man muss nur mit wachem Blick durch die Großstädte gehen, um zu sehen, welche Dienstleistungen in der Krise boomen. Discounter, gewiss. Das ist nichts Neues. Aber gleichzeitig entwickelt sich das Marktsegment der „Neuen Mitte”.
Nehmen wir Restaurants. Die letzten zehn Jahre des Booms brachten uns den Triumph des Spesenrittertums. Nicht nur in der Finanzbranche wurden Unmengen von „Food Incentives” verteilt. Man ging nicht mehr Essen sondern in den Ess-Zirkus, mit singenden Kellnern und Köchen an Trapezen (die man dann im Fernsehen wiedersehen konnte). Die Luxus-Gastronomie erzeugte immer neue Blüten der Übertreibung: Wachteleier an Kaviarmousse, winzige Portionen für horrende Preise, oder man verwandelte das Essen gleich ganz in molekularen Glibber und machte einen regelrechten Kult daraus.

In der Krise ist das alles vorbei. Krise bedeutet vor allem: Weg mit dem Unsinn, dem Übertriebenen, dem Exzess. Die exaltierten Food-Tempel stehen gähnend leer. Voll sind Restaurants, in denen es RICHTIG GUTES ESSEN gibt – und eine lebendige Atmosphäre. Restaurants mit authentischer Hausmannskost, mit gastfreundlichem „Spirit” und sozialer Lebendigkeit. Solche Gasto-Anbieter können sich vor Gästen kaum retten. Der Trend zur „Neuen Mitte” heisst nicht, dass das Mittelmässige eine Renaissance erlebt. Im Gegenteil. Im Hotelbereich sterben die mittelmässigen Hotels wie die Fliegen. „Neue Mitte” heisst, dass wir wieder etwas RELLES für unser vorsichtiger ausgegebenes Geld haben wollen. Deshalb meiden wir Luxushotels, in denen Lakaien herumstehen und auf Trinkgeld warten. Deshalb haben Designhotels mit vernünftigen Preisen und einem „casual service” Zulauf wie nie.
Die Krise trennt die Spreu vom Weizen. In der Krise entsteht eine neue REALÖKONOMIE, in der die Dinge neu und realistisch bewertet werden. Was bringt mir das wirklich? Ist es Geldwert oder ist es nur Show? Das Unnütze, Bizarre, Übertriebene, marketing-hafte verschwindet. Wirtschaft nähert sich wieder ihrem eigentlichen Kern: Der Qualität. Der Innovation. Dem Erleben.

matthias_horx_portrait_s

Matthias Horx

Matthias Horx, Jahrgang 1955, gilt als einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Sein publizistisches Wirken erstreckt sich über einen Zeitraum von 25 Jahren, in denen er zahlreiche Bestseller veröffentlichte, zum Beispiel “Trendbuch 1″ und “Trendbuch 2″, “Wie wir leben werden” und, als neuestes Werk, “Anleitung zum Zukunfts-Optimismus”. Er arbeitete als Redakteur bei renommierten Zeitungen wie “Die Zeit” und “Merian”.
Mit seinem Zukunftsinstitut mit Hauptsitz bei Frankfurt am Main gründete er zur Jahrtausendwende den wichtigsten Think Tank der deutschsprachigen Zukunftsforschung. Ab Herbst 2007 lehrt Matthias Horx wissenschaftliche Trend- und Zukunftsforschung auch als Dozent an der Zeppelin-Universität am Bodensee. Website: www.horx.com