Wednesday, March 10, 2010

República de Colombia

Gepostet von Lucy Lu am Oktober - 28 - 2009

kolumbien_xs«Wenn du weite Savannen sehen willst, gehe nach Argentinien; suchst du schöne Frauen, besuche Venezuela, möchtest du den Karneval und tolle Strände, reise nach Brasilien, bist du an den Anden interessiert, fliege nach Chile und für die Kultur der Indianer, besuche Peru. Doch Kolumbien vereint alles miteinander in einem Land.»

Das Land, das sowohl an den Pazifischen Ozean als auch an das Karibische Meer, auf dem Festland an Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador grenzt und dessen Landesname von Christoph Kolumbus abgeleitet ist, wird oft nur auf drei Beschreibungen reduziert – Kokain, Kriminalität und Medellín-Kartell. Doch Kolumbien ist weitaus mehr. William de Ballestas ist deutscher Einwanderer in Kolumbien und lebt mit seiner Frau Cindy de Ballestas in Barranquilla, dem Geburtsort Shakiras, an der Karibischen Küste. William ist Arzt sowie Reiseveranstalter und kennt Kolumbien von einer Seite, die Touristen leider oft vorenthalten bleibt.

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In Lucy Lu’s Secret Garden erzählt William über sein Kolumbien. “Ich besuche Kolumbien schon seit Jahren und habe als Arzt in verschiedenen karitativen Einrichtungen gearbeitet. So konnte ich das Land und seine wunderbaren BewohnerInnen weit ab von touristischem Klischeedenken kennen lernen. Mittlerweile lebe ich ständig hier, an der Karibikküste in Barranquilla. Was mich von Beginn an fasziniert hat, war die offene, herzliche und ehrliche Freundlichkeit der Kolumbianer und Kolumbianerinnen sowie ihre Hilfsbereitschaft. Ich werde ständig angelächelt und meine Erwiderung schlägt Brücken, wo die anfänglichen Sprachprobleme versagen. Natürlich ticken die Uhren in Kolumbien – sowie in vielen anderen südlichen Ländern, anders als in Deutschland oder Europas nördlicheren Regionen. Wichtig ist es dabei, die Dinge, ob es sich um Behörden, Organisationen, die Zusammenarbeit mit KolumbianerInnen oder Freizeitabsprachen geht, nicht so eng zu sehen oder es gar als Ignoranz zu werten. Hier ist eine lockere Absprache kein Dogma und der deutsche Amtsschimmel unbekannt. Ob in Behörden oder im privaten Kreis, wird in Kolumbien miteinander kommuniziert. Witzig, nicht? Während sich in vielen europäischen Ländern die Menschen über Kommunikationsmangel beschweren und Unternehmen Schulungen in Kommunikation forcieren. Wir entscheiden hier spontan und wenn etwas den Anschein hat, kompliziert zu sein, suchen wir gemeinsam nach einer Lösung.

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Diese Einstellung, die unbeschreibliche Lebensfreude und die Liebe zu Tanz und Musik, stehen in krassem Gegensatz zur dunklen Seite Kolumbiens – dem Bürgerkrieg, der Armut und dem Drogenhandel. In Kolumbien herrscht ein seit mehr als 50 Jahren andauernder bewaffneter Konflikt zwischen linksgerichteten, marxistisch – leninistischen Guerilla ( FARC und ELN ), rechtsgerichteten Paramilitärs, so genannten Todesschwadronen ( AUC ) und den ebenfalls rechten Regierungstruppen. Zusätzlich dazu tragen die Banden des organisierten Verbrechens, insbesondere des Drogenhandels, ihre Gefechte aus. Kein Wunder liess Harald Schmidt die Sätze fallen » Abbruch der WM! Kolumbianer koksten alle weißen Linien weg!«. Dieses Bild prägt leider dieses Land, ist die Rede von Kolumbien. Natürlich werde ich oft auch gefragt, ob ich keine Angst hätte und ob denn Reisen nach Kolumbien sicher seien. Hier in der Region der Karibik ist das Risiko in einen bewaffneten Konflikt zu geraden oder entführt zu werden, sehr gering, der Tourismus ist unbelastet. Ich meine, reise ich nach Miami oder New York, muss ich als Tourist auch gewisse Gegenden meiden, um nicht in eine unerwünschte oder bedrohliche Situation zu geraten.

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Die Guerilla haben in der Regel kein Interesse daran, Touristen und Backpacker zu entführen. Sie bevorzugen Politiker, Soldaten, Regierungsbeamte oder ausländische Geschäftsleute sowie Investoren. Es ist zwar schon vorgekommen, dass Reisende entführt wurden, doch sind sie, hier im Fall einer Deutschen, die 2003 von der FARC verschleppt wurde, schnell wieder frei gelassen und gut behandelt worden. Seitdem wurden keine deutschen Touristen mehr entführt oder verschleppt. In den Medien werden die Guerilla oft als die einzig Schuldigen dieses Konflikts dargestellt. Das stimmt so nicht ganz, denn die rechtsgerichteten Gruppen, die Armee, die Polizei, Drogenhändler, die Mafia und der kolumbianische Geheimdienst, verüben Massaker, verstossen gegen Menschenrechte, entführen und foltern. Dieser Konflikt hat sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg innerhalb der Zivilbevölkerung entfacht. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich ausgerechnet in einem solchen Land ein Tourismusgeschäft gründen konnte. Nun, Kolumbien ist ein wundervolles Land und das Risiko kalkulierbar. Speziell der Tourismus ist eine wichtige Existenzgrundlage der kolumbianischen Bevölkerung, denn organisierter, limitierter und individueller Tourismus hilft der armen Bevölkerung dieses Landes. Ein Geschäft wie dieses benötigen sie am dringendsten. Der Tourismus stellt weder ein Ziel für die bewaffneten Gruppen dar, noch ist er Ziel von Anschlägen.

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Natürlich sollte man sich, so wie man es im Prinzip immer machen sollte, bereist man ein fremdes Land, Informationen über das Reiseziel einholen. Denn wer sich über Kolumbien informiert und bestimmte Departamentos, insbesondere an den Grenzregionen, meidet, dem bietet sich die Möglichkeit ein lateinamerikanisches Land zu erleben, welches in seiner Ursprünglichkeit und Authentizität noch komplett erhalten ist. In Kolumbien findet sich alles – schöne Frauen, weite Savannen, gutes Essen, Karneval, weisse Traumstrände, die Anden, Kultur und Geschichten alter Indianerstämme, pulsierende Grossstädte –Kolumbien vereint das alles in einem Land. Der Pazifik und die karibische Atlantikküste, traumhafte Karibikinseln, Dünenwüsten, Geröllwüsten, Regen- und Nebelwälder, aktive Vulkane, eine sagenhafte Flora und Fauna, Urwälder, präkolumbianische Kultur, indigene Völker, die noch traditionell leben, Handarbeitskunst, Gold und Smaragde, die Kaffeezone, der Amazonas, die Anden, Gabriel Garcia Marquéz, Shakira, Juanes, historische und koloniale, völlig erhaltene Stadtteile und Bauten, den Karneval von Barranquilla, der als Weltkulturerbe den Karneval von Rio, was Fantasie und Farbenpracht betrifft, übertroffen hat, aber nicht annähernd so kommerziell ist…es gäbe noch unendlich vie über Kolumbien zu erzählen und zu entdecken.

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Auch Aktivisten kommen in Kolumbien voll auf ihre Kosten und erhalten viel Aussergewöhnliches geboten – Tauchen, Wracktauchen oder ein Besuch auf Pablo Escobars Hacienda , in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ein Besuch der ehemaligen Gefängnisinsel La Gorgona, dessen bekanntester Einsasse Papillon war. Henri Charrière, wie er mit richtigem Namen hiess, war ein französischer Tresorknacker, der wegen seines Schmetterling-Tattoos auf seiner Brust den Spitznamen »Papillon« trug. 1932 wurde er in Paris wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und nach Französisch Guayana verbannt, beziehungsweise verurteilt. Mehrmals versuchte er, von der Sträflingsinsel zu fliehen und erreichte 1934 sogar Kolumbien, wo er aber erneut verhaftet und an die Franzosen ausgeliefert wurde. 1986 wurde La Grogona geschlossen und es ist gruselig, im Dschungel der einsamen Insel die mittlerweile vom Urwald überwucherten Kerker zu besuchen. Auf alle Fälle kann man seine Unternehmungslust befriedigen, mit Walen schwimmen, ausgedehnte Motorradtouren unternehmen, Golf spielen, Berg steigen, beim Kitesurfing über die Wasseroberfläche sausen, River Raften oder Klettern.

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In Kolumbien befinden sich unzählige Nationalparks und die versunkene Stadt Ciudad Perdida, übersetzt die verlorene Stadt, die in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens liegt und neben Machu Picchu eine der grössten wiederentdeckten präkolumbianischen Städte Südamerikas ist. Die Hauptstadt Bogotà ist mit 8 Millionen Einwohnern der grösste städtische Ballungsraum Kolumbiens und ausserdem eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Südamerikas. Reizvoll sind die koloniale und malerische Stadt Cartagena oder die kleinen, verwunschenen Dörfer in der Peripherie. Auf dem Land begegnet man Gauchos oder einfachen Reitern und das Transportmittel Pferd oder Maultier ist hier noch Gegenwart. Es ist diese Authentizität, die Kolumbien so speziell macht, Milch wird noch aus Kann gegossen, sagenhafter Reichtum an Früchten und Gemüse, die auch wirklich danach schmecken, fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte, man kann Kaffee selber mahlen oder direkt von der Plantage kaufen. Das ist Kolumbien.

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Und so wie alle Südamerikanischen Länder, ist auch Kolumbien von Musik geprägt, liegt diese in der Seele der Bevölkerung, erklingt sie an allen Ecken. Meist ist es typisch kolumbianische Musik aus Valledupar, der Vallenato. Eine Band setzt sich meist aus drei Personen zusammen mit Akkordeon, das übrigens von Deutschen hierher gebracht wurde, einem ratschenden Rhythmusinstrument und einem Sänger. In Barranquilla wurde nicht nur Shakira geboren, sondern auch die Cumbia, der berühmte Paartanz. Ursprünglich war Cumbia kein Paartanz, sondern ein Kreistanz und findet ihre Anfänge in der Kolonialzeit. Der Name stammt von Cumbé, einem berühmten afrikanischen Tanz aus der Region Batà in Guinea, und wurde von den Sklaven nach Kolumbien gebracht. Hier vermischte sich Cumbé im Laufe der Zeit mit indianischen und spanischen Elementen und wandelte sich so in Cumbia.

Das kolumbianische Essen ist reichhaltig und wird meist als warme Küche angeboten. Vor allem gibt es Speisen, die für Europäer eher ungewöhnlich, wenn nicht gerade eklig sind und sich höchsten Chinesen darüber erfreuten – Eintopf mit Hühnerköpfen und Hühnerfüssen, frittierte Ameisen, Krokodil, frittierte Tarantel, Flussdelfin, Tapir, Ameisenbär, Seekuh, Anaconda oder gegrillter Affe. Aber die Geschmäcker sind verschieden und Fakt ist, dass Kolumbien auch kulinarisch betrachtet vom bürgerliche-Küche-Bevorzuger über den Gourmet bis hin zum Freak so ziemlich alles anbietet, was durch den Gaumen rutscht.

Kolumbien ist mehr, viel mehr als Kaffee, Bürgerkrieg und Kokain. Kolumbien ist Leidenschaft und Abenteuer. Kolumbien ist ein Land für Entdecker und Individualisten. Ein gastfreundliches Land, dass jeden Menschen herzlich empfängt.

william_cindy_de_ballestasKolTours
Calle 80b # 42 a – 10
Barrio Ciudad Jardin
Barranquilla – COLOMBIA


http://koltours.com/

Authors: William de Ballestas & Lucy Lu

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