Saturday, September 4, 2010

Manche mögens heiss!

Gepostet von Lucy Lu am November - 4 - 2009

teerose

Vom Husten- über den Entspannungs- bis zum Blasentee, ob als Twinings Darjeling Java oder Twinings Ceylon Breakfest, als Heisse Liebe oder Waldfrüchte, schwarz, grün oder weiss, aromatisiert oder geräuchert, vom günstigen bis hin zum Dahongpao-Tee aus Wuyishan, dem teuersten Tee der Welt, der an Auktionen mit mehrer Millionen US Dollar gehandelt wird, weil von ihm nur drei Tee-Bäume existieren, von denen jährlich nur etwa knapp 1 Kilogramm Tee geerntet werden kann, existieren haufenweise Teesorten für jeden Geschmack.

Doch die schönsten aromatischen Sinnesverführungen vollbringen »Butterfly«, »Calendula«, »Lady Fairy«, »Red Song Teaposy«, »Chrysanntheme«, »Falling Water« oder »Heart of Love Teaposy«, deren Namen schon die reinste Versuchung sind. Die Geschichte der Teerose, Teeblume oder Blumentee, führt auf die Sung-Dynastie zurück, als Tsai Xiang (1049-1053) in seinem Teebuch schrieb, dass der Kaiserliche Tributstee mit Gewürzen verfeinert würde. In einem Teebuch im Jahr 1541 wurden die Blumen dokumentiert, die oft zur Aromatisierung gebraucht wurden – Rosenblüte, Jasminblüte, Osmanthusblüte oder Orangeblüte. Dank tausendjähriger Erfahrung entstand die Krönung fernöstlicher Teezeremonien und speziell die Blüten aus weissem Jasmin Tee entfalten positive Wirkungen auf Geist und Körper. In der traditionellen chinesischen Medizin ist weisser Tee wegen seiner wertvollen Antioxidantien hoch geschätzt.

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Was aber nebst den Gaumen zu umschmeicheln, die Sinne und das Auge betört, sind die Kostbarkeiten der chinesischen Teeknüpfer-Kunst. In der chinesischen Bergprovinz Fujian werden die wertvollen weissen Silbernadeln ganz junger Knospen grünen Tees gesammelt. Mit zarten Jasminblüten aromatisiert, werden junge und zarte Blattknospen in kunstvoller und aufwändiger Handarbeit, zu einzigartigen Teerosen, Teebällen oder Teeblumen gebunden. Ihre belebende und fein stimulierende Wirkung fördert geistige Fähigkeiten und Konzentration und schafft exzellente Voraussetzungen für Kontemplation und Meditation. Kunstvoll werden die Teeblätter in frischem Zustand zur Blüte geformt und getrocknet, die ihre gesamte Schönheit und ihren Zauber in heissem Wasser entfalten und den Tee-Trinker in einen Geniesser verwandeln, der staunender Zeuge der Entfaltung in seinem Kristallglas oder –krug wird.

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Der Tee wird, wie bei grünem Tee, mit 80° Grad heissem Wasser zubereitet. Die getrocknete Blüte befindet sich entweder schon im Glas oder wird ins Wasser gelegt. Während sie das Wasser aufsaugt, beginnt ihre Verwandlung…langsam löst sich Nadel um Nadel, bis der Blütenkern sich zu seiner individuellen Form und Grösse entfacht hat.

Bilder: Hagen-Grote, www.hagen-grote.ch

Author: Lucy Lu

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